Vom Mitarbeitenden zum Chef

 

(obe)

 

Gratulation zur Beförderung

Wer aus einem bestehenden Team zum Chef desselben befördert wird, darf sich zunächst einmal freuen. Er oder sie ist offenbar der am besten qualifizierte Mitarbeitende unter seinen Kollegen. Die Beförderung bringt aber auch Tücken mit sich. So gibt es im Team oft mehrere Kollegen, die auf die Führungsposition aspiriert haben. Die Enttäuschung der Kollegen kann dazu führen, dass sich Gruppen bilden, die gegen den neuen Chef agieren, wenn auch nur im Hintergrund. Ist die Enttäuschung eines Mitarbeitenden zu gross, wird er den Arbeitgeber verlassen und im schlechtesten Fall weitere Teammitglieder mitnehmen. Zudem ist die Situation auch nicht einfach für den Mitarbeitenden, der befördert wurde. Sein Verhältnis zu seinen Kollegen ändert sich zwangsläufig. Er führt ab sofort keine Weisungen mehr aus, sondern erteilt diese.

 

Begleitung der Beförderung

Wie sollte also ein Wechsel vom Mitarbeitenden zum Chef von Unternehmensseite begleitet werden, so dass er reibungslos abläuft? Nun gibt es kein Patentrezept, wie ein solcher Wechsel zu bewerkstelligen ist. Zu verschieden sind die individuellen Teamkonstellationen, zu unterschiedlich die organisatorischen Gegebenheiten innerhalb des Teams. Als Führungsperson, die einen solchen Wechsel innerhalb eines Teams initiiert, gilt es trotzdem auf ein paar Dinge zu achten. Andernfalls riskiert man ganze Teams zu frustrieren und allenfalls zu verlieren.

 

Wahl durch das Team

Die einfachste Variante ist es, ihr Team selbst auswählen zu lassen, wer der Vorgesetzte aus den eigenen Reihen werden sollte. Dies führt unweigerlich dazu, dass der neue Chef auf breite Akzeptanz im Team stösst. Problematisch ist diese Variante, wenn das Team bereits in kleinen losen Gruppen organisiert ist und jede für sich einen Chef vorschlägt. In solchen Fällen hilft meist nur ein externer Kandidat. Trotzdem ist die Wahlbeteiligung der beste Weg, da sich alle Teammitglieder in die Pflicht genommen fühlen. Sie werden den neuen Chef entsprechend kolportieren.

 

Offene Kommunikation als wesentlicher Faktor

Wer aus welchen Gründen auch immer auf die Wahl durch die Teammitglieder verzichtet und den neuen Chef im Team selbst bestimmt, sollte dem Neuen die nötige Unterstützung gewähren. Sei dies durch einen unabhängigen Coach oder durch konkret definierte Teamprozesse. Letztendlich läuft alles darauf hinaus, dass das Team miteinander offen spricht. Insbesondere geht es darum, Gefühle anzusprechen, die bei einem solchen Wechsel mitspielen. Gerade der neue Chef entzieht sich aber oft dieser Diskussion, da er in seiner neuen Rolle Stärke zeigen möchte und nicht über Gefühle sprechen möchte. Als Führungsperson sollten sie dennoch auf dieser Diskussion bestehen und offen ansprechen, was sie bewegt. Z.B. kann die Diskussion eingeleitet werden mit den Worten: „Ein Chefwechsel ist immer anspruchsvoll und führt zu Herausforderungen innerhalb des Teams. Ich habe mich gefragt, wer die Führungsposition am besten ausüben könnte und bin zum Schluss gekommen, dass dies Martin Meier sein wird. Ich bin fest überzeugt, dass er die Rolle perfekt ausführen wird. Nun ist es mir ein grosses Anliegen auch auf euch einzugehen. In solchen Situationen gibt es immer positive und negative Gefühle. Ich habe mich zum Beispiel gefragt, was ihr über meinen Entscheid denkt. Ich bin euch daher sehr dankbar, ganz offen mit mir zu sein. Was ist Euch durch den Kopf gegangen? Welche weniger guten Gefühle hattet ihr? Welche Risiken seht ihr? Sprechen Sie bestehende Missstände offen an. Gerade in dieser Situation lohnt es sich alles auf den Tisch zu legen.

 

Follow up

Terminieren Sie in der Folge weitere Meetings mit dem Team, um diesen Übergangsprozess zu begleiten. In dieser Phase kann es auch dazu kommen, dass diejenigen Teammitglieder, die sich mit der neuen Teamkonstellation nicht arrangieren können, gehen müssen. Handeln Sie rasch und schauen Sie unschönen Spielchen nicht zu lange zu.

Der Schlüssel im gesamten Prozess liegt in der Kommunikation. Wer Themen offen anspricht wird rasch dem neuen Teamchef eine positive Zukunft ebnen.

 

 

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